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Erklärung zum Ebbe/Flut-Phänomen

Sonne und Mond verursachen unterschiedliche Kräfte auf die Erde, eine Anziehungskraft in Richtung der beiden Gestirne und eine Zentrifugalkraft in entgegengesetzter Richtung. Die Meeresoberfläche, naturgemäß verformbar, nimmt durch die Einwirkung des Mondes eine ovale Form an. An beiden Kappen des Ovales, auf der dem Mond zugewandten und abgewandten Seite der Erde, herrscht Flut. An den Längsseiten des Ovales ist wenig Wasser vorhanden, dort ist Ebbe.

Da sich die Erde in 24 Stunden einmal um sich selbst dreht, erlebt man zweimal Ebbe und Flut an einem Tag. Zwischen Ebbe und Flut vergehen daher ca. 6 Stunden, wobei sich Ebbe und Flut täglich um 50 Minuten verschieben. Warum?

Erklärung weshalb sich Ebbe und Flut täglich um 50 Minuten verschieben.

Das Meer braucht etwas mehr als 6 Stunden, um das Watt zu bedecken. Diesen Vorgang nennt man Tidenstieg (Flut), gefolgt von dem Tidenfall (Ebbe), der das Watt wieder freigibt. Die Zeit zwischen den täglichen Tiden beträgt etwas mehr als 24 Stunden, durchschnittlich 24h 50min, da sich der Mond in 29,5 Tagen um die Erde dreht, d.h. täglich um 13°. Zwischen Ebbe und Flut vergehen deshalb etwas mehr als 6 Stunden.

Tidenhub: Höhenunterschied zwischen Hochwasser und Niedrigwasser

Tidenstieg: Flut

Tidenfall: Ebbe

Watt: bei Ebbe freigelegte Erdfläche 

Für die Neugierigen hierzu noch mehr:

„Springtide und Nipptide“

Der Tiedenhub ändert sich täglich. Das Meer steigt mal mehr, mal weniger und geht mehr oder weniger zurück, behält aber den gleichen Zeitrhythmus. Der Sonneneinfluss ist halb so stark wie der des Mondes. Er verstärkt oder schwächt den Einfluss des Mondes nach seinem Rhythmus, der im Gegensatz zu dem des Mondes nicht täglich, sondern monatlich ist. Der Mond dreht sich in 29,5 Tagen um die Erde. Je nach Position der drei Gestirne zueinander ändert sich das Erscheinungsbild des Mondes. Das sind die Mondphasen.

Bei Neumond und Vollmond stehen die Gestirne in einer Linie, die Einflüsse von Sonne und Mond addieren sich, das Meer steigt höher und geht weiter zurück. Diese besonders starken Gezeiten nennt man Springtiden. Der Koeffizient ist größer als 70.

Wenn Sonne und Mond mit der Erde im rechten Winkel zueinander stehen, im ersten oder letzten Mondviertel, heben sich die gegensätzlich wirkenden Einflüsse der beiden Gestirne fast auf. Da die Kraft des Mondes aber stärker wirkt, ist das Oval mit seinen Kappen zwar noch vorhanden, die Kappen sind aber wesentlich kleiner. Das Meer steigt nicht sehr hoch und zieht sich auch nicht weit zurück, der Tidenhub ist gering. Diese Gezeiten nennt man Nipptiden. Der Koeffizient ist kleiner als 70.

Zwischen Springtide und Nipptide liegt die abnehmende Periode und von der Nipptide zur Springtide die zunehmende Periode. Es reicht also den Mond anzusehen, um die Größenordnung von Ebbe und Flut zu wissen. Beim ersten oder letzten Mondviertel haben wir Nipptide, bei Neumond oder Vollmond eine Springtide.

Der Tidenhub

Der tägliche Tidenhub lässt sich aus den Gezeitentafeln entnehmen, die für jeden französischen Hafen die Uhrzeit des Niedrig- und Hochwassers und den Koeffizienten angeben. Die Gezeitentafeln sind in Zeitschriftenläden und Fremdenverkehrsämtern erhältlich.

Der Tidenhub errechnet sich mit folgender Formel: M = 2 U C

M: Marnage = Tidenhub in cm

U: Unité de hauteur = Höheneinheit (4,2 für Trégastel)

C: Coefficient = Koeffizient